Fußball-Anleihen – Wenn Fußball-Fans Geld anlegen

Der Ball rollt auf dem Platz. Neben dem Platz rollt der Rubel. So oder so ähnlich könnte eine Schlagzeile lauten. Mehrere Bundesligisten ziehen es laut Medienberichten in Erwägung, ihren Fans Anleihen als Investition anzubieten, um im finanziellen Bereich besser aufgestellt und flexibler zu sein. Inwiefern dies bei den Fans angenommen und beurteilt wird, wird die Zeit zeigen.

Was sind Fußball-Anleihen?

Anleihen sind im Finanzsektor ein bekannter Begriff. Im Prinzip sind sie nichts anderes als ein Schuldschein. Dies bedeutet: Unternehmer oder andere Institutionen leihen sich Geld von ihren Anlegern. Dies wird in einem Brief oder auch wahlweise in einer Urkunde festgehalten. Das „gesammelte“ Geld wird zu einem festgeschriebenen Zinssatz verzinst. Nach einer ebenfalls vorher festgelegten Zeit werden die Anleger dann ausbezahlt.

In dem aktuellen Fall der Fußball-Anleihen sind die Fans die Anleger. Beziehungsweise sind diese quasi dafür vorgesehen, diesen Posten einzunehmen und den Verein auch auf finanzieller Basis zu unterstützen. Die Vorteile einer solchen Anleihe liegen faktisch schon auf der Hand. Fans können noch ein Stück mehr in ihren Lieblingsverein im wahrsten Sinne des Wortes „investieren“. Nach Ablauf der Frist besteht darüber hinaus die Aussicht auf einen Gewinn durch den festgeschriebenen Zinssatz.

So einfach dies klingt, ist es aber in der Realität nicht. Größter Nachteil ist selbstverständlich das Risiko, sein investiertes Geld zu verlieren. Die Zukunft des Vereins kann leider niemand voraussehen, gerade in finanzieller Hinsicht nicht. Ein gewisses Grundrisiko ist somit von Natur aus für den investierenden Fan gegeben. Aber viele Fans werden dieses Risiko mit Sicherheit gern für „ihren“ Verein eingehen.

Die ersten Vereine ziehen mit

Als erster großer Fußballverein steht der FC Schalke 04 vor der Umsetzung von Anleihen durch die Fans. Das Gesamtvolumen soll sich laut Berichten auf ungefähr 50 Millionen Euro belaufen. Bei anderen Vereinen, wie dem Hamburger SV und dem Lokalrivalen St. Pauli, ist dieses Modell bereits mit Erfolg getestet worden.

Als Fan empfiehlt es sich, vor einem Investment genau zu überprüfen, wie der Verein finanziell aufgestellt ist. Beim TSV 1860 München z.B., der schon seit längerem in einer finanziellen Notlage steckt, wird von einer Investition abgeraten.