Grundwissen für den Handel an der Börse

Sie sind Börsenneuling und möchten selbst mitmischen? Der erfolgreiche Handel an der Börse setzt grundsätzlich ein gewisses Basiswissen sowie das Beachten bestimmter Regeln voraus. Im Folgenden können Sie sich einen ersten wichtigen Überblick verschaffen.

Was Sie an der Börse handeln können

Neben unterschiedlichen Handelsplätzen wie der Xetra in Frankfurt oder der Euwax in Stuttgart, gibt es diverse Arten von Börsen. Im Allgemeinen werden Börsen in drei Hauptkategorien unterteilt, nämlich

  • die Warenbörse
  • die Devisenbörse und
  • die Wertpapierbörse

Während der Handel an der Börse für Wertpapiere den Erwerb und Verkauf von Fonds, Aktien oder Rentenpapiere vorsieht, werden auf Devisenbörsen unterschiedliche Währungen gehandelt. Gegenstand einer Warenbörse sind dagegen diverse Rohstoffe wie Rohöl, Silber oder Gold.

Dax als wichtigster Index

Ein Index, oft auch als Kursbarometer bezeichnet, umfasst immer eine ganz bestimmte Reihe von Aktien. Als wichtigster deutscher Kursindex sind im Dax insgesamt 30 Unternehmen vertreten. Im Folgenden spiegelt der Leitindex Dax den Kurs der Unternehmensaktien in Punkten wieder, so dass quasi ein Durchschnitt der im Index befindlichen Aktienkurse berechnet wird.

Wenn Sie in sogenannte ETFs investieren, wird die Wertentwicklung des Index 1:1 nachgebildet. Außerdem ersparen Sie sich hohe Kosten, die etwa beim Handel an der Börse mit Fonds anfallen. Dass ETFs aber nicht ganz ohne Bedenken gekauft werden sollten, berichtete schon 2011 das Manager-Magazin.

Richtige Wertpapiere auswählen

Banken sind verpflichtet, ihre Kunden in Abhängigkeit der Börsenerfahrung in bestimmte Anlegerklassen einzustufen. Zu den sichersten Wertpapieren für Anfänger zählen Bundesschatzbriefe, Geldmarktfonds, Bankanleihen und offene Immobilien- und Rentenfonds. Bei Fonds übernimmt ein Fondsmanager die Vermögensverwaltung für Sie. Achten Sie bei der Auswahl eines Fonds auf die Höhe des Ausgabeaufschlags sowie weiterer Kosten wie etwa Management-, Verwaltungs-, Performance-Gebühren sowie Depotbankvergütung. Derartige Kosten drücken die Rendite Ihrer Anlage.

Legen Sie Ihr Geld in solche Wertpapiere an, die sich bereits seit Jahren auf dem Markt bewährt haben und ein hohes Anlagevolumen aufweisen. Lassen Sie grundsätzlich die Finger von Optionsscheinen, Hedgefonds oder High-Yield-Anleihen. Derartige Anlagen bergen sehr hohe Risiken und sind daher für Anfänger beim Handel an der Börse absolut tabu. Zu Beginn sollten Sie auch nicht Ihr gesamtes Vermögen in Aktien investieren.

Weshalb Diversifizierung so wichtig ist

Eine wichtige Regel für den Handel an der Börse ist das Verteilen des Vermögens auf verschiedene Investments. Dies sorgt auch in Krisenzeiten für Sicherheit und fördert zudem den langfristigen Vermögensaufbau. Legen Sie daher Ihr Geld auf verschiedene Anlageklassen (Währungen, Edelmetalle, Rohstoffe, Immobilien, Aktien und Anleihen), Branchen (Pharmaunternehmen, Automobilhersteller, Finanzinstitute, Energieversorger etc.) und Regionen (Deutschland, Europa, USA, Schwellenländer usw.) an. Durch die breite Streuung können Sie das Verlustrisiko Ihres Depots entscheidend reduzieren und mit dem Handel an der Börse eine nachhaltige Rendite erwirtschaften. Nach diesem Prinzip legen etwa Fonds ihre Kundengelder an.

Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen

So lautet eine der bekanntesten Börsenweisheiten (viele weitere finden Sie hier). Diese Regel stellt allerdings das genaue Gegenteil des Instinktes eines Börsenanfängers dar. Schließlich hoffen viele Neulinge, dass sich schlecht laufende Aktien irgendwann wieder erholen, und dass sie Gewinne möglichst schnell realisieren müssen. Um große Verluste beim Handel an der Börse zu vermeiden, sollten Sie grundsätzlich eine Stop-Loss-Marke setzen. Dabei geben Sie ein Kurslimit an, bei dem Ihre Anlage automatisch verkauft werden soll. So können Sie einen weiteren ungünstigen Kursverlauf verhindern.

Um mit dem Handel an der Börse Geld zu verdienen, sollten Sie gelegentlich auch Gewinne mitnehmen. Setzen Sie sich hierzu ein Kursziel, indem Sie etwa die 2:1- oder die 3:1-Regel anwenden. Realisieren Sie demzufolge Ihren Kurszuwachs immer dann, wenn die Aktie zwei- bzw. dreimal so viel Gewinn gemacht hat, wie Sie den maximalen Verlust eingeplant haben.

Technische Analyse erlernen

Der erfolgreiche Handel an der Börse hängt unter anderem auch vom richtigen Kauf- und Verkaufszeitpunkt ab. Hierzu bedienen sich Aktienexperten der technischen Analyse. Anhand bestimmter Formationen innerhalb des Kursverlaufs können Charttechniker in vielen Fällen die Kursrichtung voraussagen. Analysten verwenden hierbei Begriffe wie etwa “Schulter-Kopf-Schulter”, “Wimpel”, “Keil”, “Trendkanal” und “Doppelboden”. Die Chartanalyse liefert allein schon aufgrund der Tatsache verwertbare Aussagen, weil viele Anleger an sie glauben.

Sofern Sie den Umgang mit den Werkzeugen der technischen Analyse beherrschen und Indikatoren richtig deuten lernen, können Sie Aufwärts- und Abwärtstrend frühzeitig erkennen und Stop-Loss-Limits sinnvoll setzen. Empfehlenswert ist dabei der Einsatz von Software zur Analyse Ihrer Wertpapiere.

Jeder hat mal klein angefangen. Betrachtet man den Kursverlauf des Dax seit der erstmaligen Einführung, so hat sich der Handel an der Börse überwiegend gelohnt. Allerdings setzt die erfolgreiche Geldanlage in vielen Fällen einige Regeln und Kenntnisse voraus, die Sie bei der Erwirtschaftung einer nachhaltigen Rendite unterstützen. Die Börsen informieren aber regelmäßig über neueste Entwicklungen, auch zum Nutzen der Privatanleger, so hat z.B. die Frankfurter Börse einen eigenen youtube-Kanal unter www.youtube.com/user/BoerseFrankfurt.

Erlernen Sie aber zuerst einmal das Grundwissen für den Handel an der Börse und starten Sie dann langsam in das Geschäft ein. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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