Warum auch beim Tagesgeldkonto die Einlagensicherung wichtig ist

Als Einlagensicherung werden sämtliche freiwilligen und gesetzlichen Maßnahmen bezeichnet, welche den Schutz des Bankguthabens von Kunden bei Kreditinstituten im Falle der Insolvenz sicherstellen. Auch für das Tagesgeldkonto ist die Einlagensicherung sehr wichtig. Wir erläutern Ihnen, warum.

Garantierte Einlagensicherung der EU – Ein geschichtlicher Abriss

In der Vergangenheit konnten viele Banken Kundengelder nicht zurückbezahlen, wenn sie Konkurs anmelden mussten und nicht genügend Liquidität vorweisen konnten. Hierdurch wurde das Vertrauen der Kunden in das Bankensystem teils schwer erschüttert.

Im Zuge dessen wurde die Bankenbranche im Jahre 1997 durch eine EU-Richtlinie zur Teilnahme an Sicherungssystemen verpflichtet. Neben strengen Eigenkapitalvorschriften führte die Umsetzung der Verordnung zur Etablierung diverser Einlagensicherungssysteme. Diese umfassen auch das Tagesgeldkonto.

Tagesgeldkonten in Deutschland immer noch beliebt

Auch wenn die Zinssätze in den letzten Jahren stark gefallen sind, sind Tagesgeldkonten in Deutschland immer noch sehr beliebt. Hier einige Zahlen und Fakten:

Insgesamt besitzen zurzeit rund 32% aller Bankkunden ein Geldmarkt- oder Tagesgeldkonto. Damit gehören Tagesgeldkonten immer noch zu den meist genutzten Anlageformen. Hier z.B. eine Erhebung aus dem Jahr 2009, bei der Tagesgeldkonten hinter Girokonten, Sparbüchern und Bausparverträgen liegen:

  • rund 61% aller Bürger erachten ein Tagesgeldkonto als sichere Anlageform
  • durchschnittlich wird es über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten genutzt

Vorteile:

  • das Tagesgeldkonto ist nicht an eine bestimmte Laufzeit gebunden
  • sehr beliebt ist das Tagesgeld insbesondere aufgrund seiner täglichen Verfügbarkeit
  • das Konto ist jederzeit kündbar

Gesetzliche Einlagensicherung schützt deutsche Anleger

Als Kunde einer in Deutschland operierenden Bank ist Ihr Tagesgeldkonto über die Einlagensicherung gesetzlich bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt. Bis zu diesem Betrag garantiert der Staat Ihre Rückzahlungsansprüche. Mit Ausnahme der

  • Genossenschaftsbanken,
  • Landesbausparkassen,
  • Landesbanken und
  • Sparkassen

sind alle Kreditinstitute zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung verpflichtet.

Freiwillige Einlagensicherung der Privat- und Genossenschaftsbanken

Privatbanken sehen für Ihr Tagesgeldkonto eine noch höhere Einlagensicherung vor. Denn die Kreditinstitute gehören darüber hinaus einer freiwilligen Einrichtung, der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH – EdB, an. Geschützt ist Ihr Tagesgeldkonto über diese Einlagensicherung bis zur maßgeblichen Sicherungsgrenze der Bank. Derzeit beträgt diese 30% des maßgeblich haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Instituts.

Für Kunden bedeutet dieses Konzept, dass das Tagesgeldkonto über diese Einlagensicherung praktisch in voller Höhe geschützt ist. Denn selbst Banken mit einem vorgeschriebenen Mindestkapital von 5 Mio. Euro sichern Kundengelder von bis zu 1,5 Mio. Euro pro Anleger ab.

Auch bei einer Volks- oder Raiffeisenbank ist Ihr Tagesgeldkonto aufgrund der Einlagensicherung der Genossenschaftsbanken sehr sicher. Denn innerhalb des Verbundes sind die Einlagen zu 100% geschützt.

Darüber hinaus zahlen die beteiligten Banken in einen Garantiefonds ein, der notfalls auch die Zahlungsunfähigkeit einer Bank abwenden kann. Finden Sie einen Tagesgeldvergleich mit Angabe der Einlagensicherung unter tagesgeldkonten.org.

Internationale Bankenkrise betont Wichtigkeit der Einlagensicherung

Die Einlagensicherungssysteme sind ein wichtiger Bestandteil unserer Finanzlandschaft. Auch für Ihr Tagesgeldkonto hat die Einlagensicherung einen hohen Stellenwert. Denn in Zeiten der Krise ist das Geld vielerorts in Gefahr.

Dass das Tagesgeldkonto durch die Einlagensicherung selbst im Falle eines drohenden Staatsbankrotts sicher ist, beweist zuletzt der Fall Zypern. Dort mussten sich die Bürger finanziell an den Kosten der Rettung beteiligen. Verschont wurden lediglich all diejenigen, die nicht mehr als 100.000 Euro bei ihrer Bank hatten – dank Einlagensicherung.

Noch dramatischer traf es im Jahre 2008 die isländische Kaupthing Bank, die nach dem Bankrott verstaatlicht wurde. Deutsche Kunden erhielten auch nur deshalb bis zu 20.887 Euro zurück, weil die Bank dem isländischen Einlagensicherungsfonds angeschlossen war.

Mit der Einlagensicherung Ersparnisse sichern

Für Ihr Tagesgeldkonto ist eine Einlagensicherung essentiell. Zwar sind hierzulande Zustände wie derzeit in Zypern, Griechenland, Portugal, Irland oder Spanien kaum vorstellbar. Aber selbst für den Fall, dass Deutschland in eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise geraten sollte, ist Ihre Tagesgeldkonto aufgrund der Einlagensicherung auf der sicheren Seite. Hierfür bürgt der Staat. Darüber hinaus sorgen freiwillige Einlagensicherungssysteme dafür, dass selbst bei Zahlungsausfall einer Bank die gesamte Kundeneinlage zurückbezahlt werden kann. So können Sie ganz beruhigt sein und brauchen sich keine Sorgen um Ihr Erspartes machen! Auch nicht in Krisenzeiten.

Weiterführende Informationen über Einlagesicherungsfonds der deutschen Banken und in Europa finden Sie hier

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