Warum Sie sich nicht immer auf Aktien-Prognosen verlassen sollten

Auch mit einem kleineren Aktiendepot können Sie mittlerweise erfolgreich an der Börse spekulieren. Wer nicht täglich viel Zeit im Netz mit dem Beobachten der Kursentwicklungen verbringen möchte, verlässt sich gerne auf Aktien-Prognosen. Dabei sollten Sie solche Voraussagen über Gewinn oder Verlust eines börsennotierten Unternehmens prinzipiell mit Vorsicht genießen. Gerade bei auf den ersten Blick sehr erfolgreichen Unternehmen können für die Entwicklung der Aktien die Prognosen auch vollkommen danebenliegen.

Auf Unabhängigkeit der Analysten achten

Aktien-Prognosen werden von Analysten vorgenommen, die mit diesen Analysen und Prognosen Geld verdienen. Wenn Sie sich auf die Informationen dieser Analysten verlassen möchten, sollten Sie darauf achten, dass die Analysten unabhängig und neutral arbeiten.

So ist es in der Vergangenheit vorgekommen, dass Analysten mit einer bestimmten Bank, einem Finanzdienstleister oder einem Spekulanten geschäftlich verbandelt waren. Im Interesse des Geschäftspartners wurden dann durch euphorische Prognosen Anleger zum Kauf von Aktien motiviert, die später Verluste einbrachten. Die Unabhängigkeit des Analysten bei Aktien-Prognosen ist daher oberstes Gebot.

Unvorhersehbare Ereignisse können den Kursverfall beschleunigen

Menschliches Versagen, Unglücksfälle und Katastrophen sind ein Unsicherheitsfaktor, den Sie bei jeder Aktie im Hinterkopf behalten sollten. Ein Beispiel sind die Aktien von Fluggesellschaften. Ein spektakulärer Absturz und der Kurs kann rasant in den Keller fallen, auch wenn diese Aktien durch Prognosen zunächst nach oben gestiegen waren.

Historisch berühmt gewordenes Beispiel dafür ist die Aktie der amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am. Viele Anleger kauften in den 1980er Jahren, in der wirtschaftlichen Blütezeit des börsennotierten Unternehmens, vermehrt Pan Am-Aktien. Nach dem Terroranschlag im englischen Lockerbie 1988 auf eine Pan Am-Maschine brach das Unternehmen ein und die Aktien wurden wertlos. Informationen und Hintergründe zum damaligen Anschlag finden Sie hier.

Medial gepushte Aktien nicht immer erfolgreich

Wenn neu an der Börse positionierte Aktien mit euphorischen Prognosen gepusht werden, ist oft Vorsicht geboten. Nicht selten soll das Kaufverhalten dabei durch Werbung und positive Berichterstattung in den Medien massiv beflügelt werden. Eine hektisch und emotional-werbend abgegebene positive Prognose kann sich allerdings leicht ins Gegenteil verkehren.

Berüchtigtes Beispiel ist die mit viel Aufwand und durch angeheuerte Fernsehstars angeschobene Telekom-Aktie, die entgegen der Prognosen den Anlegern satte Verluste brachte. Aktuellstes Beispiel für den Flop einer mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachten Aktie, ist das Börsen-Debakel von Facebook. In beiden Fällen war starke wirtschaftliche Konkurrenz für den Verfall verantwortlich. Die Talfahrt der Facebook-Aktie hält übrigens an, wie die Welt erst kürzlich berichtete (siehe www.welt.de/newsticker).

Sich selbst informieren schützt vor Fehlinvestitionen

Ein wichtiger Aspekt der Investition in Aktien sollte auch immer die eigene Erfahrung sein. Informieren Sie sich über Finanznachrichten, Börsenkurse und Geschäftsberichte und lernen Sie nach und nach diese einzuordnen. Dann werden Sie eine kritische Sicht auf Analysten und Prognosen entwickeln, die für Sie immer noch der wichtigste Schutz vor Fehlinvestitionen ist. Vertrauen Sie also auf Ihr Bauchgefühl, folgen Sie nicht jedem Trend und betrachten Sie die Quellen, die Prognosen veröffentlichen, genauer, dann werden Sie erfolgreich Ihren Weg auf dem „Parkett“ gehen.

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